5 Fragen an … die Kuratoren

Wie kam es zu der Idee der Ausstellung? Was ist das Besondere an der Ausstellung? Wie wurde die Auswahl der Künstler getroffen? Wie ist das Verhältnis der jungen Künstlergeneration in Peking zu Ai Weiwei? Und in welcher Tradition steht “Die 8 der Wege”?做这样一个展览的想法是从何而来的?展览有什么特殊的地方?如何选择艺术家?在北京年轻一代的艺术家与艾未未相比怎么样? “8种路径”代表了哪些传统?

Wie kam es zu der Idee der Ausstellung?做这样一个展览的想法是从何而来的? Thomas Eller: Die Initiative kam vom Zhang Yu von der Gesellschaft für kulturellen Austausch. Sie sprach mich an, weil wir uns im Umfeld der Temporären Kunsthalle Berlin kennengelernt hatten und sie von meinem großen Interesse für Kunst in China wußte. Ich schlug dann Andreas Schmid vor, der als Künstler und Kurator sich schon sehr lange mit dem Thema beschäftigt hat. Andreas hat in den Jahren, in denen ich als Chefredakteur des artnet Magazins ein umfangreiches Dossier zu Kunst in China zusammengestellt habe, viel für artnet geschrieben. Zusammen mit ihm habe ich dann das erste Konzept für die Ausstellung erarbeitet und unsere Ko-Kuratorin in Beijing, Guo Xiaoyan, gefunden. Von Anfang an war klar, dass das Projekt auf Recherche basieren müsse und man maximal offen in den Prozess der Atelierbesuche gehen müsse. Durch die vielen Hinweise, die wir bekamen, hatten wir eine riesige Liste von Künstlern, die wir in einigen mehrwöchigen Reisen besuchten. Ich persönlich war einmal vier Wochen und dann noch einmal zwei Wochen dort. Schon die erste Recherche-Phase machte klar, dass es in Beijing Künstler gibt, die ganz anders arbeiten, als es das in Deutschland weit verbreitete Klischee glauben lässt. Wir sind auf unseren Reisen Künstlern begegnet, die sehr fokussiert an ihren eigenen künstlerischen Anliegen und Konzepten arbeiten, die auf den ersten Blick sehr vertraut erscheinen. Wir haben versucht, den zweiten und dritten Blick zu werfen, um die feinen Unterschiede zu entdecken. Mit anderen Worten: Wir sind nicht mit vorgefertigten Fragestellungen losgezogen, sondern haben erst mal hingeschaut und zugehört. Nach einigen Wochen begannen sich dann einige künstlerische Anliegen aus den Kunstwerken und Gesprächen herauszuschälen. Wir haben dann die bewusste Entscheidung getroffen, diese “Anliegen” nicht zu Themen gerinnen zu lassen, sondern die Ausstellung als ein “Feld” zu begreifen, auf dem sich diese Anliegen als Kraftlinien oder Bezüge ausprägen können. Damit wollen wir der Vielfalt und der Komplexität der künstlerischen Praxis weder Rahmen geben noch Struktur einziehen, sondern eine Plattform bieten. Wir wollen Kunst zeigen!

艾墨思(Thomas Eller): 发起是由德中文化交流协会,张彧女士开始。我们在柏林艺术馆交流的时候,她告诉我,她知道在我对中国艺术的极大兴趣。然后我推荐了施岸笛,他作为一个艺术家和策展人已经相当长的时间里从事这个行业。施岸笛在其所编的杂志中提供了丰富的中国艺术的档案。然后我们一起制定了展览的初步概念,并且也找到了我们北京的联合策展人郭晓彦。从一开始,我们就决定,该项目应基于丰富的调研,我们在各个工作室参观调研的过程中必须持着完全开放的心态。正因为如此,在短短几个星期的实践内,我们找到了很多线索,形成了一个艺术家的长名单。就个人而言,我只有四个加二个星期。即使是从最初的调研开始,我们就知道这里的艺术家的工作非常不同于我们在德国听到的关于中国的陈词滥调。我们遇到过非常专注于自己的艺术关注和概念艺术家,第一眼看去,似乎很有种很熟悉的感觉。我们试图再看第二和第三“眼“中了然地发现细微的差别。换句话说,我们不会先入为主,而是更多的观察和倾听。几个星期之后,一些关于艺术家和艺术品的深入讨论逐渐浮出。最终,我们决定,不应该强硬的限制与某些东西,而是把这个展览作为一个“展台”进行充分的展示。我们不想给的多样性和动态的艺术实践提供一个硬性结构或者框架,而是提供一个平台。我们要展示的艺术!

Was ist das Besondere an der Ausstellung?展览有什么特殊的地方? Andreas Schmid: Mir erscheint am Wichtigsten, dass verschiedene Denkweisen von über 20 Künstlern, die heute in Beijing vorzufinden sind und sich in ihren Kunstwerken äußern, hier in Berlin zu entdecken sind. Wir zeigen einen wichtigen Ausschnitt des breiten künstlerischen Schaffens. Uns hat positiv vor allem die spannenden Beiträge im Bereich Video-und Film überrascht. Aber auch im skulpturalen Bereich gibt es einen konzeptuellen Reichtum,wie er vor zehn Jahren noch nicht so zu finden war. Thomas Eller: ”Die 8 der Wege” wird ein Segment der Vielfalt künstlerischer Praxis junger Künstler und Künstlerinnen in Beijing heute in einer Ausstellung präsentieren, die sich an den beschriebenen Kraftlinien, die den Anliegen der Künstler entspringen, entlang entwickeln wird. Um schon einmal einige dieser Energien zu benennen: Es ist z.B. klar geworden, dass die Künstler gegenwärtig das Verhältnis von Privatem und Öffentlichkeit, neu verhandeln. Ich kann Ihnen ein kurzes Beispiel nennen: Wenn die Künstlerin Kan Xuan durch einen U-Bahnhof rennt und laut ihren eigenen Namen ruft, so als ob sie sich suche – und dann sich selber antwortet, nur um das unmittelbar fortzusetzen, dann lässt sich etwas von der Spannung ermessen, in der einen jüngere Generation lebt, die für sich ein Recht auf “Selbstaktualisierung” reklamiert,  die sich selber artikulieren möchte. Den Begriff der “Selbstaktualisierung” habe ich gelegentlich verwendet, um ein Phänomen zu beschreiben, das nichts mit “Selbstfindung” (zu psychologisch), oder “Individualismus” (zu gesellschaftspolitisch) zu tun hat. Den Eindruck, den man jedenfalls bekommt, ist der, dass die Künstler in Beijing ihren Neigungen, Interessen und Bedürfnissen mehr vertrauen, als wir das hier im Westen tun. Jedenfalls waren wesentlich weniger Legitimierungsfloskeln mit eingestreutem kuratorischen Diskursvokabular zu hören, wie man sie oft in westlichen Kunstmetropolen goutieren kann. Das Erstaunlichste nun aber war, dass diese “Selbstaktualisierung” polymorph geschieht. Das heisst, man findet viele Künstler, die die unterschiedlichsten künstlerischen Praktiken parallel verfolgen – einfach, weil es sie interessiert, oder einer jeweiligen Neigung entspricht. So erscheint es dem westlichen Auge so zu sein, als ob es mit mehreren Künstlern zu tun habe. Die Vielfalt der “Wege” haben wir also nicht nur in der Stadt, sondern auch bei den einzelnen Künstlern angetroffen. Immer wieder hört man wie die Künstler “künstlerische Methoden” diskutieren. Dass das keine Unkonzentriertheit ist, oder ein postmoderne Ausblühung, kann man ganz sicher am hohen Energieniveau der Künstler, und auch an deren Darstellungsmodi erkennen. Für sie ist klar – alle diese Arbeiten sind Teil ihrer “Persönlichkeit”. Noch so ein schwieriger Begriff, der hier aber einfach mal so stehen bleiben soll. Jedenfalls wird der Besucher der Ausstellung Kunstwerke vorfinden, deren konzeptuelle Sprache erst einmal vertraut erscheint, um dann aber im Werkzusammenhang ein ganz anderes Bild einer Künstlerfigur zu erleben, die in gewisser Weise freier ist, als es die Realitäten im Westen zulassen. Wir haben uns die Frage gestellt – was können wir davon lernen?

 施岸笛(Andreas Schmid):在我看来,最重要的是,20多来自北京的艺术家的思维和表达,以他们的艺术作品不同的方式,都在这里在柏林被展现出来。我们展示了广阔的艺术创作的一个重要部分。让我们特别惊喜的是在视频和电影领域的一些激动人心的贡献。但同样在雕塑方面也展现了许多10年前还不曾知道的丰富的概念。

艾墨思(Thomas Eller): 8种可能路径是展示今天在北京年轻艺术家艺术实践多样性的一个展览,将发展的动力从艺术家的关注而逐步延伸。稍稍的剧透:例如,艺术家们就目前私人和公众之间的关系的重新谈判和定位。我可以给你一个简单的例子:如果艺术家阚萱贯穿地铁站呼喊自己的名字,就好像她一直在寻找什么 – 然后他自己回答。这展现着年轻一代,为自己生活追溯更新改变的权利和明确的自我表达的诉求。 “自我更新”的一词,我也偶尔用来描述一种现象,无关与(在心理学上)“自我发现”,或者(社会 – 政治上的)“个人主义”的事。很清晰的一个印象是,在北京的艺术家们自己的喜好,兴趣和需要信任与我们在西方的人是相同的。有一点是很清楚的,这里将听不到什么西方大都会艺术下的司空见惯的表达方式。不过最令人惊奇的是,现在这种“自我更新”的艺术作品有很多。也就是说,有很多追求平行多样化艺术实践的艺术家 – 仅仅因为他们对这一议题或特定的类似的角度感兴趣。在西方的视角里也是一样,会觉得它是不是与什么艺术家有关系。我们现在不仅可以在城市里,而且可以在艺术家那里发现各种“途径”。一次又一次的人听到人们讨论艺术方法。这是注意力集中的,后现代的绽放,你绝对可以感受到艺术家的能量,也认识到自己的模式。对于他们来说是明确的 – 所有这些作品都是他们的“个性”的一部分。还有一种难以长期保持简单,但又应该在这里如此保持的矛盾。总之,入场观众会发现,艺术的概念性语言逐渐浮出,加上在工作环境中体验艺术家完全不同于西方的身影,在某些方面,甚至比在西方的现实所允许的还要自由。我们也这样的问自己 – 我们可以从中学到什么?

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Guo Xiaoyan, Andreas Schmid, Beijing 2013

Mit der Ausstellung wollen Sie ein Schlaglicht auf wichtige individuelle Positionen in der zeitgenössischen Kunst im Beijing von heute werfen. Wie haben Sie die Auswahl der Künstler getroffen?展会要把聚光灯打在北京当代艺术家身上如何选择参展艺术家?

Andreas Schmid: Wir haben beide viele Freunde und Bekannte in China, die uns ihre Meinung gesagt haben. Da kommt natürlich auch meine lange Verbindung mit der kulturellen Szene zum Tragen. Wir haben für dieses Projekt acht renommierte junge wie ältere Kuratoren um Vorschläge als „Nominatoren“ gebeten. Thomas Eller: Uns war es wichtig, dass die Ausstellung auch in Beijing selber großen Rückhalt findet und haben unsere gemeinsamen Kontakte zu Kuratoren und Künstlern aktiviert. Daraus ist diese Gruppe entstanden, die uns sehr bei den Vorbereitungen und der Diskussion unserer kuratorischen Prozesse unterstützt haben. Wir bedanken uns in diesem Zusammenhang sehr bei Carol Lu, Cui Cancan, Gao Shiming, Karen Smith, Li Zhenhua, Liu Chunfeng und Qiu Zhijie für die Unterstützung! Andreas Schmid: Viele Künstler und Künstlerinnen haben wir uns auch im Internet angesehen oder auch Kataloge durchgeschaut und uns informiert. Danach hatten wir eine Liste von über 70 Namen. Wir haben in mehreren Wochen ca. 50 Ateliers besucht. Am Ende standen intensive Diskussionen und Gespräche unter uns drei Kuratoren. Ein Wermutstropfen ist, dass wir auf zwei Künstlerinnen verzichten müssen, da sie entgegen ihrem Wunsch keine Erlaubnis ihrer Galerie bekamen, an dieser Ausstellung teilzunehmen. Das müssen wir so hinnehmen. Den Anspruch, einen Gesamtüberblick zu geben, halte ich für Hybris und nebenbei auch für wenig sinnvoll.

施岸笛(Andreas Schmid) 我们俩在中国有很多朋友,他们给了我们非常多建议。也自然包括我在文化艺术领域的长期合作伙伴。我们还请求一些年长的策展人为我们提供8个知名的年轻艺术家和提案作为这个项目“提名”参加者。

艾墨思(Thomas Eller): 对于我们来说重要的是,这次展览在北京本地也得到大力支持,并使我们与策展人和艺术家的相互联系更加紧密。团队在我们的策展的准备和讨论过程中给了我们巨大的支持。我们感谢的Carol Lu, Cui Cancan, Gao Shiming, Karen Smith, Li Zhenhua, Liu Chunfeng und Qiu Zhijie支持!

Andreas Schmid, Thomas Eller
Andreas Schmid, Thomas Eller, Beijing, Herbst 2013

Thomas Eller: Der Begriff “individuelle „Positionen ist natürlich problematisch. Was wir gefunden haben, sind Künstler, die sich auf verschiedenste visuelle Sprachen einlassen, teilweise eben auch gleichzeitig. Unsere Auswahl hat jeweils etwas mit dem Energielevel der Künstler und ihrer Arbeiten zu tun. Intensitäten waren ausschlaggebender als Diskurszugehörigkeiten. Wir haben das ausführlich diskutiert und uns aber auch gleichzeitig die Ausstellung als “Parcour” vorgestellt. Das heisst, am Ende haben wir Kunstwerke eingeladen, nicht einfach nur Künstler. Es stellte sich heraus, dass die von uns in die engere Auswahl genommenen Künstler viele Schnittstellen auch untereinander haben. Ich habe dann den Vorschlag gemacht, die Kunstwerke wie Gelenke oder Scharniere zwischen den Künstlern zu verstehen. Anstatt also kuratorische Themenräume einzurichten, oder kleine Künstleranthologien zusammenzustellen, wollen wir eine Ausstellungstopographie erzeugen, die in kondensierter Form die Recherchereise in sich trägt und die künstlerischen Anliegen dabei herausarbeitet. Natürlich hätte es auch noch viele andere Künstler in Beijing gegeben, die es verdient hätten, dabei zu sein.

施岸笛(Andreas Schmid): 我们也在互联网上或者通过看艺术目录看到了很多艺术家的作品。随后,我们列出了大约70个艺术家的列表。我们参观了约50工作室。最后是在我们三位策展人热烈讨论中结束。但是,我们不希望横向的呈现大而全的东西,而是希望以一个非常有趣的主要角度诠释和丰富。非常遗憾的是我们不得排除了两位艺术家,因为没有得到允许到他们的画廊参观。

艾墨思(Thomas Eller): 所谓“个人”立场当然是有问题的。我们发现在同一时间艺术家都承有各种视觉语言。我们的选择多少都和艺术家的能量等级以及他们的作品有关系。艺术强度对于表达的背景是至关重要的。我们针对这些方面进行了详细讨论,我们也同时将展览作为一个“超越极限训练场”。也就是说,在最后我们邀请的是艺术本身,而不仅仅是艺术家。随后我提出了建议,我们应把理解艺术作品当作是我们理解艺术家的关键润滑剂。不同于采用传统的策展主题室或建立艺术家家选集,我们创建了一个全新展览的领域,有助于以简明的形式的表现调研之旅本身以及对艺术工作的关注。

Im April findet parallel zu „Die 8 der Wege“ in Berlin eine große Ai Weiwei-Ausstellung in Berlin statt. Wie ist das Verhältnis der jungen Künstlergeneration in Peking zu ihm?4月份,8种可能路径展览的同时有艾未未的展览,青年艺术家的作品和他比较怎么样Andreas Schmid: Ai Weiwei ist einer der wichtigen gesetzten älteren Künstlerpersönlichkeiten in Beijing, der aufgrund seines starken gesellschaftspolitischen Engagements auch eine besondere Rolle innehat. Natürlich kennen ihn seine jüngeren Künstlerkolleginnen und Kollegen. Ich selbst kenne ihn schon seit 1991 aus New York. Bei jüngeren Künstlern sind natürlicherweise alle möglichen Haltungen ihm gegenüber zu finden. Viele jüngere, darunter auch durchaus gesellschaftskritische, bewegen sich sehr unabhängig und distanziert in ganz anderen Zusammenhängen und Verbindungen, andere wiederum stehen Ai Weiwei näher. Ich finde es eine gute Sache, dass diese zwei Ausstellungen weitgehend parallel stattfinden. Ai Weiwei ist mit der Künstlergruppe der „Sterne“ für die Eigenständigkeit des künstlerischen Ausdrucks Anfang der 80er Jahre eingetreten, die Künstler heute haben heute sehr viele Möglichkeiten und Freiheiten, sich auszudrücken und entwickeln diese fort. Nicht wenige reflektieren auch viel globaler und umfassender und das meine ich jetzt ausdrücklich nicht im markttechnischen Sinne. Diesen positiven Teil der Entwicklung kann man in unserer Ausstellung auch sehen. Thomas Eller: In Deutschland erscheint es ja bisweilen so, als ob es in China nur einen Künstler gäbe. Die Situation dort ist natürlich anders. Man kann sagen, dass er dort kontroverser diskutiert wird als hier. Das liegt vor allem daran, dass obwohl die Realität von Künstlern in China immer noch von Zensur geprägt ist, die Künstler sich darum kaum noch kümmern. Der Zensor kommt, Bilder werden abgehängt und woanders neu gezeigt. Das erinnert von Ferne an die Situation in der späten DDR. Wenn etwas zensiert wird, geht man “kreativ” damit um und findet andere Wege, die Kunstwerke in die Öffentlichkeit zu bringen.  Dass das nicht immer so einfach war, ist klar und jüngere Künstler profitieren enorm von den Freiräumen, die eine ältere Generation wie die um Ai Weiwei erkämpft haben. Wenn man nachfragt, bekommt quasi von allen Künstlern die Antwort, dass man das “mit dem Staat” ja schon kenne und man damit umgehen kann. Das heisst aber nicht, dass es so etwas wie ein Recht auf künstlerische Freiheit gibt. Da gibt es weiterhin Freiheiten zu erkämpfen. Unsere Ausstellung soll ein Beitrag dazu sein.

施岸笛(Andreas Schmid):艾未未是一位著名的北京老艺术家,他强烈的社会责任感,在艺术界具有特殊作用的。当然,他的后辈年轻艺术家都知道他。自1991年在纽约我就已经认识他。也不乏年轻艺术家们同他站在不同立场上的。许多年轻的的艺术家针对社会现象方面显得更动态和独立,超然于所有的主流,而另一些则比较接近艾未未。我认为这两个展览同一时期举行是一件好事。艾未未以及他代表的艺术家群体表现了80年代初的艺术自主性,而今天的艺术家有更多的机会和自由来表达自己,还有更多的延续和发展。也反映了更多的全球性和综合性,我的意思是,理论上讲现在没有明确的市场。这些积极的部分大家也可以在我们的展览上看到。

艾墨思(Thomas Eller): 在德国看来,有时甚至好像在中国就有唯一这么一位艺术家。实际上中国的情况当然是完全不同的。可以说他在这里比在那里更有争议。主要的原因是,虽然在中国的艺术家仍需要被审查,但艺术家很少有在意这一点。审查来的时候,图片都挂在了其他地方。这让人想起在东德后期的形势。如果某件事情需要被审查,那艺术家会以创意的方式寻求其他途径将艺术融入。这当然并非总是如此简单,年轻艺术家比他们的老前辈享有更开放空间和自由。被查询时,得到的答案几乎所有的艺术家是一致的,“国家”已经知道但你可以灵活处理。这并不是说艺术已经有了自由作对的权利,还需要继续为自由而战。我们展览的目的是希望做出一些贡献。

Die breite Kunstwelt beschäftigt sich erst seit wenigen Jahren intensiver mit der zeitgenössischen Kunst in China. In welcher Tradition steht hier die Ausstellung?对于艺术的广阔的世界而言中国当代艺术只有在近几年显现。什么样传统的精华将被展出??

Thomas Eller: Die Ausstellung “Die 8 der Wege” kommt nach einer ganz langen Reihe von wichtigen Ausstellungen, die chinesische Gegenwartskunst international bekannt gemacht haben. Dabei hat die Entwicklung chinesischer Kunst als globales Phänomen vor mehr als zwanzig Jahren auch hier in Berlin seinen Anfang genommen. Es war Andreas´ Ausstellung „China Avantgarde“, 1993 von Andreas, Hans van Dijk und Jochen Noth für das Haus der Kulturen der Welt kuratiert, die zur Initialzündung der Vermittlung chinesischer Kunst im Westen wurde. Nur einen Monat später eröffnete in Hong Kong die von Li Xianting und Chang Tsong-Zung kuratierte Ausstellung „China’s New Art, Post-1989″. Andreas Schmid: In diesem Zusammenhang möchte ich darauf verweisen, dass gleich danach in den 90er Jahren weitere Ausstellungen weltweit und in Europa ausgerichtet wurden, die dazu beitrugen, chinesische Gegenwartskunst und ihre Hintergründe mit wesentlichen Aspekten hier bekannt zu machen, wie z.B. „Another long March“, 1997 in Breda, kuratiert von Marianne Brouwer, die 1994 „Heart of Darkness“ eine hochkarätige internationale Ausstellung mit Beteiligung chinesischer Künstler ausgerichtet hatte. 2001 folgte in Berlin die erste, offiziell von der chinesischen Regierung unterstützte Ausstellung “Living in Time” im Hamburger Bahnhof Berlin, kuratiert von Hou Hanru, Fan Di An und Gabriele Knapstein. Diese Ausstellungen haben unseren Blick auf chinesische Künstler formatiert, indem sie die ersten zeithistorischen Zuschreibungen der verschiedenen Künstlerbewegungen vornahmen. In allen Ausstellungen wurde von den Kuratoren herausgearbeitet, wie sich die Kunst im Verhältnis zur gesellschaftlichen und politischen Veränderung (weiter)- entwickelt hatte. Dabei wurde deutlich, wie rasant und wie fundamental sich die chinesische Gesellschaft insgesamt und mit ihr die Kunst seit den 80er bis in die 90er Jahren verändert hat. Die kürzlich (2013) von Bao Dong und Sun Dongdong kuratierte Ausstellung »On | Off« im Ullens Center in 798 war die erste zusammenhängende Ausstellung, die dieselbe Generation Künstler in den Blick nahm, die auch in “Die 8 der Wege” präsentiert werden. “On|Off” kam zu dem Ergebnis, dass die Geschichte zeitgenössischer chinesischer Kunst heute nicht als Sozialgeschichte oder als eine geradlinige Evolution künstlerischer Praxis erzählt werden kann und stellt so etwas wie einen Vorläufer unserer Ausstellung dar. Wir haben versucht aus dem Scheitern dieser Ausstellung zu lernen und der Versuchung zu widerstehen, schlauer zu sein. Wir folgen der Logik der Kunst. Andreas Schmid: In diesem Zusammenhang möchte ich darauf verweisen, dass gleich danach in den 90er Jahren weitere Ausstellungen weltweit und in Europa ausgerichtet wurden, die dazu beitrugen, chinesische Gegenwartskunst und ihre Hintergründe mit wesentlichen Aspekten hier bekannt zu machen, wie z.B. „Another long March“, 1997 in Breda, kuratiert von Marianne Brouwer, die 1994 „Heart of Darkness“ eine hochkarätige internationale Ausstellung mit Beteiligung chinesischer Künstler ausgerichtet hatte. 2001 folgte in Berlin die erste, offiziell von der chinesischen Regierung unterstützte Ausstellung “Living in Time” im Hamburger Bahnhof Berlin, kuratiert von Hou Hanru, Fan Di An und Gabriele Knapstein. Diese Ausstellungen haben unseren Blick auf chinesische Künstler formatiert, indem sie die ersten zeithistorischen Zuschreibungen der verschiedenen Künstlerbewegungen vornahmen. In allen Ausstellungen wurde von den Kuratoren herausgearbeitet, wie sich die Kunst im Verhältnis zur gesellschaftlichen und politischen Veränderung (weiter)- entwickelt hatte. Dabei wurde deutlich, wie rasant und wie fundamental sich die chinesische Gesellschaft insgesamt und mit ihr die Kunst seit den 80er bis in die 90er Jahren verändert hat. Die kürzlich (2013) von Bao Dong und Sun Dongdong kuratierte Ausstellung »On | Off« im Ullens Center in 798 war die erste zusammenhängende Ausstellung, die dieselbe Generation Künstler in den Blick nahm, die auch in “Die 8 der Wege” präsentiert werden. “On|Off” kam zu dem Ergebnis, dass die Geschichte zeitgenössischer chinesischer Kunst heute nicht als Sozialgeschichte oder als eine geradlinige Evolution künstlerischer Praxis erzählt werden kann und stellt so etwas wie einen Vorläufer unserer Ausstellung dar. Wir haben versucht aus dem Scheitern dieser Ausstellung zu lernen und der Versuchung zu widerstehen, schlauer zu sein. Wir folgen der Logik der Kunst.

艾墨思(Thomas Eller):  “8种可能路径”之前中国当代艺术已经有了相当的声望。从柏林开始,中国当代艺术发展为一个全球性的现象已经有二十余年历史。早在1993年,由戴汉志(Hans van Dijk),岳恒(Jochen Noth),以及施岸笛(Andreas Schmid)(“8种可能路径”的联合策展人)在柏林世界文化宫举办的大型中国当代艺术展-“中国先锋艺术展”第一次开启了中国当代艺术在海外的旅程,也在西方掀起了一股中国当代艺术的热潮。这是中国艺术同西方交流的最初的火花。仅仅一个月后,由策展人李张颂仁闲庭策划的展览在香港开展-中国的新艺术,后1989“。

施岸笛(Andreas Schmid):在这方面,我想指出的是,在紧随其后的20世纪90年代众多的其他展览在欧洲和世界各地举办,这使得中国当代艺术大范围的被认识,著名的例子比如说1997年在布雷达的“另一次长征”, 1994年由玛丽安布劳威尔策展的,相当高规格的国际展览“黑暗之心”。随后于2001年在在柏林汉堡火车站举行,由侯瀚如,范笛安,加布里埃莱Knapstein策划的,中国政府支持的“生活在此时”。这些展览固定了我们对中国艺术家的第一印象,也在艺术史上写下了一笔。 所有的展览都是策展人策划,艺术在社会和政治方面的表达也不断的变革。很明显,由于快速的中国社会根本上的改变,它的艺术从上世纪80年代到90年代也经历了翻天覆地的变化。最近(2013年)由鲍栋和孙东东策划的在798的尤伦斯中心的展览“开|关”,是第一个与8种可能路径相似的展览。“开|关” 得出的结论是中国当代艺术的历史是不能跟社会历史或今天的线性进化的艺术实践相提并论,这次展览就像是我们展览的一个先行版本。 我们试图从这次展会的结论里学习,并且做的更聪明。我们遵照现有的艺术逻辑。